onsdag, april 18, 2007

hauptsache nicht jung


I

  1. wird die musik leiser, werden die farben lauter, das ist zwangsläufig so. und umgekehrt.
  2. nach ein paar kläglichen versuchen, buddha zu spielen, stürzte das lederne kind in eine lohgerbergrube. es hatte wohl vergessen, noch ein paar gefühlsknöpfe abzuschalten.
  3. es wollte doch nur nach draußen sehen.
  4. nur nach draußen sehen, mehr nicht. ein bisschen licht, ein bisschen abwechslung.
  5. natürlich war das ein fehler gewesen, einer der größten, die man machen kann. messer, gabel, schere, licht
  6. sind für kleine kinder nicht.
  7. nun schwamm das kind da in der grube, und seine haut war schon ganz teigig geworden. ein paar mikrofalten bauten eine pioniereisenbahn für spätere tränen.
  8. auch die musik hatte jetzt aufgehört, ganz ohne bonuslied und b-seite. jemand schoss hochenergetische photonenbündel durch die fenster. die farben werden lauter, dachte das kind. ohne musik werden die farben lauter.
  9. und obwohl es die geschichte der menschen noch nicht kannte, dachte es an die leichen von wofgang borchert und der frau von helmut kohl.
  10. und an fiese photonenbündel.
II
  1. draußen war es wider erwarten dunkel geworden. das kind dachte einen kurzen moment, dass es vielleicht so etwas wie glück geben konnte. es stieg aus der grube und
  2. es zerbrach die stifte. einzeln. nur um das knacken zu hören.
  3. es setzte sich wieder an den beckenrand. es sah den fischen zu, wie sie sich durch die stinkenden späne kämpften und versuchte zu lächeln.
  4. es ging nicht.
  5. das kind betastete seine neuen falten. sie fühlten sich schon krokodilisch an, so ledern waren sie. das kind freute sich und lächelte. im mittelalter wäre es vielleicht mönch geworden, oder nonne.
  6. hauptsache, nicht jung.
  7. zumindest innen.

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