torsdag, maj 24, 2007

vielleicht kann milch auch fest werden, wenn man will


oh, ich habe einen plan! ich habe einen plan! bevor der hagel kommt, verziehe ich mich mit einer geflügelschere auf eine gebirgshütte und komme nach vierzig tagen zu zweit wieder. ich und mein seelenschnaps, der zum trocknen in einem umschlag liegt. die glimmlampen laufen wieder auf voller leistung, und mein fahrrad braucht keine reißzwecken mehr, um die löcher zu stopfen. lisza, van gogh und ich wissen es: alles eine sache der droge. pfefferminztee, schwedischer tabak, rapsgelb - und ein kugelschreiber verwandelt sich in ein zeppelin.

>und es wird morgen, ist das die freiheit,
fragst du sie nach ihrem preis.<

onsdag, maj 16, 2007

ach, nichts


locker leuchtend saß ein kleines schneehuhn auf dem fensterbrett im dritten stock. das haus der artenvielfalt war ihm einfach zu klein geworden.

lördag, maj 12, 2007

gott und ich, als jugendliche verkleidet


[ett]

  1. tagesziel für das gehirn: ein norwegisches plumpsklo auf verrottungsbasis.
  2. die maschine gott [beta] stellt einen hebel um - handbremse und schadenfreude.
  3. sie formt eine körnige masse und wickelt sie in glitzerkleider und durchsichtige synthesizerfäden.
  4. dann ruft sie >hexhex!<

[två]
  1. wenn ich nur ein wenig zeit hätte, dachte ich, dass er denken könnte, wenn ich ihn das nächste zwischen meine ohren malen würde.
  2. er könnte ja den verzweifelten versuch machen, aus der geometrischen stadt zu fliehen.
  3. mit einem fahrrad in die altmark oder eine verdreckte böhmische stadt mit schaumigem fluss und einer ritterburg.
  4. er würde allerdings merken müssen, dass man welten nicht einfach vertauschen kann, dachte ich.
  5. dass eine schornsteinvorstadt kaum mit einem bauernhof zu ersetzen ist.
  6. er würde es mit berlin versuchen, dachte ich und überlegte, ob es sinnvoll wäre, etwas größeres zu planen, um herauszufinden, ob in mir doch so etwas wie disziplin steckt, weigstens wenn es um bilder geht.
  7. oder ob dann nicht vielleicht das abstürbe, was die leute leben nennen. rasieren, brille aufsetzen, sowas.
  8. ich muss mir klarmachen, dass es letzten endes nur ich bin, um den es geht.
  9. dachte ich.

[tre]
  1. als der bus endlich in die wendeschleife fuhr, konnte er sich auch nicht an bessere zeiten erinnern.
  2. bessere zeiten, was war das überhaupt für ein wort.
  3. er drehte um und fühlte sich wunderbar mechanisch.

torsdag, maj 10, 2007

jena sagt


scheit auf zeiss.

torsdag, maj 03, 2007

ein park, ein roter teppich, ein hammer


ein schlimmer zustand, wenn das brennen im magen sogar die erscheinung lieblicher frauen übertönt. wenn das wissen darum, dass sich daran auch in anderthalb stunden nichts geändert haben wird, mit zielsicherer kralle nach der emo-schublade greift. wenn man wie zum hohne auch noch einen halbverfaulten apfel in seiner tasche findet, mit grauem fruchtfleisch und einem bröckligen kaugummi dabei.

jedes mal schramm ich millimeter am glück vorbei. oder millisekunden, was weiß ich. aus angst, ja vielleicht aus angst. doch vor allem, weil etwas mich nach oben, etwas mich nach unten zieht - und ich am ende da bleibe, wo ich bin, mit dem stromschiff nach nicht-hier segelnd. ein haarriss zieht sich durch die glatten schultern, wenn ich nach hause komm.

es ist der abgrund, der dafür sorgt, dass die käferleichen ans ufer gespült werden, nicht-mehr-krabbelfähige bilder der zukunft. sie wären durchaus zum fliegen fähig gewesen, ohja. man stirbt heutzutage nicht an wichtigen dingen, man stirbt an geballter banalität. an einfachheit und zu langen wörtern.

mag sein, dass die kinder mit dem pausenbrot recht haben, wenn sie sagen, dass die güterzüge, auf denen ich fahre, zu laut sind und zu lang. mag sein, dass sie auch nur angst haben vor der folgenden stille. aber ich habe nichts, womit ich die sbahn-schaffnerin bezahlen könnte, also bleibt mir keine wahl. laute güterzüge, und nur an den baustellen neben den dreistöckigen häusern kann man aufspringen. rostige kesselwagen, und während der fahrt muss man sich zwischen die riesigen trichter kauern. dann denkt man an freundschaft, und dass auf den anderen wagen vielleicht auch jemand hockt. man ruft in die dunkelheit und die dunkelheit ruft zurück. sie beantwortet keine fragen, doch sie hat eine warme stimme. man darf nur nicht zu genau hinhören.